Wie genau arbeitet ein freiberuflicher Programmierer?

freiberuflicher Programmierer

Mehr Freiheit, mehr Verantwortung

Prinzipiell unterscheidet sich die direkte Arbeit von freiberuflichen Programmierern natürlich nicht von solchen, die fest angestellt sind. Allerdings gibt es rundherum einige signifikante Unterschiede, die auch Du kennen solltest.

Programmieren ist Programmieren, völlig gleich, ob man dies angestellt oder freiberuflich tut – das werden sich manche beim Lesen der Überschrift gedacht haben. Stimmt natürlich auch weitestgehend. Bei diesem zentralen Tätigkeitsschwerpunkt gibt es tatsächlich keine Unterschiede zwischen Freiberuflern und Angestellten. Daraus aber zu schließen, dass auch der Rest vernachlässigbar wäre, wäre falsch.

Denn freiberufliche Programmierer zeichnen sich noch durch zahlreiche weitere Eigenheiten aus. Gerade IT’ler in Ausbildung – oder sogar noch davor – machen sich oft keine Vorstellungen, wie sehr sich dies in der Praxis unterscheiden kann.

Info: Theoretisch gibt es gewisse Unterschiede zwischen Freiberuflern und Freelancern. In der Alltagssprache wird beides jedoch häufig synonym genutzt als „Person, die für begrenzte Zeit und konkrete Projekte Auftragsarbeiten übernimmt, ohne beim Auftraggeber fest angestellt zu sein“. In diesem Artikel bedeuten dementsprechend sowohl Freelancer wie Freiberufler exakt das.

Die Voraussetzungen für Freiberuflichkeit

Beginnen wollen wir mit den Basics, den wichtigsten Grundvoraussetzungen, die es für eine freiberufliche Programmiertätigkeit benötigt.

Programmieren allein ist nur die Grundvorraussetzung für Freiberuflichkeit. Besser ist es auf jeden Fall, dies durch eine Ausbildung nachweisen zu können.

Die nötige Qualifikation

Prinzipiell darf jeder beruflich als Programmierer tätig werden, denn im Gegensatz zu vielen anderen Branchen benötigt es keine Ausbildung, kein Studium, um sich Programmierer zu nennen, solche Dienstleistungen anzubieten oder angestellt zu werden.

Bedeutet im Klartext, jeder darf sich auch beim Finanzamt als freischaffender Programmierer anmelden, sich eine Website erstellen, Visitenkarten drucken und seine Dienste offerieren. Die Realität sieht dennoch etwas anders aus.

Denn obwohl es natürlich viele Autodidakten gibt, die sich eine enorme Wissensmenge auf eigene Faust vermittelten und damit hocherfolgreich durchs Berufsleben gehen, sieht es in der Freelancer-Welt meist anders aus. Dort gilt, dass viele Auftraggeber demjenigen (mehr) vertrauen, der Berufswissen nachweisen kann.

Hier führt nichts an einer Berufsausbildung bzw. sogar einem Studium vorbei – vor allem in der Anfangsphase, bis man sich einen guten Ruf mit vielen vorzeigbaren Testimonials erarbeitet hat. Dieser Beweis, ein nach anerkannten, weil staatlichen, Regularien erworbenes Wissen zu haben, wirkt stark – vor allem bei vielen potenziellen Auftraggeber, die nicht tief in der IT-Szene verortet sind und somit nicht wissen, dass gute Programmierer nicht zwingend durch eine Ausbildung so gut wurden.

Stichwort „Full Stack“

Programmieren ist ein breitgestecktes Feld mit zahlreichen Nischen. So sehr es auch nützen kann, sich auf ein Gebiet zu spezialisieren, so sehr sollte man es mit dem Ziel Freiberuflichkeit doch anstreben, primär ein Generalist zu sein – ein sogenannter Full Stack Developer.

Nun gibt es im Bereich des Programmierens mehrere Fachbereiche, in denen man sich freiberuflich entfalten kann. Etwa:

  • Web Development,
  • Datenspezialisten,
  • grundsätzliche Softwareprogrammierung,
  • Softwaretester,

sowie natürlich auch Mischformen davon.

Als Full Stack hat man zwar in diesen jeweiligen Feldern naturgemäß weniger Kenntnisse als Spezialisten. Aber, und das ist fürs Freelancing das Entscheidende: Man kann eine weitaus größere Bandbreite an Dienstleistungen offerieren.

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Das wiederum vergrößert die Zahl potenzieller Auftraggeber enorm und sorgt für ein harmonischeres Beschäftigungsniveau und damit natürlich auch Einkommen(ssicherheit). Allerdings: Das benötigt natürlich den Willen und die Leidenschaft, freiwillig tief in alle Programmierfelder einzutauchen – einer der wichtigsten Gründe, warum nur solche Charaktere sich fürs Freelancing entscheiden sollten, die für den Job wirklich brennen.

Ein legeres Auftreten ist im Home-Office von Freelancern zwar okay, doch spätestens zur Auftragsanbahnung muss die beste Business-Attitüde samt Outfit bereitstehen.

Soft-Skills und außerfachliche Qualifikation

Angestellte müssen nur einmal bislang fremde Menschen von sich überzeugen: beim Vorstellungsgespräch. Als Freiberufler ist das anders. Hier bedeutet jeder neue potenzielle Auftrag, Menschen dazu bewegen zu müssen, sich für einen selbst zu entscheiden und nicht etwa einen Konkurrenten.

Das bedeutet, es reicht leider nicht nur, ein herausragender Programmierer zu sein. Das ist lediglich die Basis, hinter der es weitere Skills benötigt:

  1. Ein gepflegtes Auftreten, das weit über den „T-Shirt-Standard“ in vielen Angestellten-Programmierbüros hinausgeht – zumindest während der Auftragsanbahnungsphase sollte man jedes Mal aufs Neue so angemessen gekleidet sein, als würde man zu einem Vorstellungsgespräch gehen.
  2. Professionalität. Wer bei der Auftragsanbahnung keine Verbindung zum Beamer herstellen kann, mit der Flipchart kämpft oder eine Präsentation nicht routiniert und begeisternd durchziehen kann, darf sich sicher sein, viel zu oft bloß ein höfliches „wir melden uns gegebenenfalls wieder bei Ihnen“ zu hören.
  3. Teamfähigkeit unter erschwerten Bedingungen. Im Lauf der Karriere wird man wahrscheinlich zwar mehrfach die gleichen Auftraggeber haben. Häufiger arbeitet man jedoch mit immer neuen Gesichtern zusammen. Das setzt eine sehr hohe Form von Teamfähigkeit, Menschenkenntnis und Anpassungsfähigkeit voraus, weil man sich – ungleich zum Angestelltenleben – nicht durch Routine auf die Eigenheiten von Chefs und Kollegen einstellen kann.
  4. Flexibilität. Natürlich, als Freelancer ist kein Tag, kein Job haargenau wie der andere. Das muss man mindestens akzeptieren, besser aber sogar lieben.
  5. Selbstdisziplin, Eigenorganisation, Durchhaltevermögen. Als Freiberufler bekommt man oft nur ein Ziel und eine Deadline. Alles andere muss man selbst einsortieren (können). Tatsächlich ist das der wichtigste Soft Skill. Als Freelancer überlebt man nur dauerhaft, wenn man vollumfänglich in der Lage ist, sein eigener Chef zu sein.

Hartnäckigkeit ist für Freelancer ebenfalls eine wichtige Eigenschaft. Denn egal ob es um Auftragsvergaben oder Geldverhandlungen geht, wer nachgiebig ist, zieht dann den Kürzeren. Diesen Soft-Skill muss man aber meist über die Jahre schulen – denn man wird immer wieder Auftraggebern gegenübersitzen, die vielleicht schon seit Jahren „Boss“ sind. Diese sitzen in der Regel auf dieser Position, weil sie sich als äußerst hartnäckig erwiesen haben.

Der Alltag als Freiberufler

Als Angestellter hat man einen Chef oder einen Abteilungsleiter, der einem ziemlich genau vorgibt, was man wann wie schnell zu machen hat. Für den Freelancer dagegen ist der Alltag im Rahmen der Job-Beschaffung von anderen Notwendigkeiten geprägt. Dabei hat man primär zwei Optionen.

Option 1: Projekte oder Kunden selbst aussuchen

Wir bei IT-Talents richten uns nicht nur an die Talente selbst, sondern haben auch einen großen Bereich für Arbeit- und Auftraggeber, um Netzwerke zu erschaffen. Für programmierende Freelancer sieht die erste Option ganz ähnlich aus – und zwar für einen Großteil der freischaffenden Zunft:

Netzwerke werden genutzt, um sich passende Projekte bzw. Kunden herauszusuchen, um dort zeitlich beschränkte Support- bzw. Beratungsarbeiten durchzuführen. Oft für kleinere Unternehmen, für die es sich nicht rentiert, auf festangestellte Profis zu setzen. Manchmal aber auch gerade für Großunternehmen, die durch die Wahl eines Externen frische Ideen und unkonventionelle Herangehensweisen bekommen möchten. Prinzipiell unterscheiden sich dabei zwei Fälle:

  1. Man bewirbt sich für ein Projekt, für das auf den einschlägigen Portalen Freelancer gesucht werden.
  2. Ein Unternehmer, der ein Projekt hat, tritt von sich aus an den Freelancer heran.

Ersteres wird vor allem in der Anfangsphase der freiberuflichen Tätigkeit häufiger vorkommen, da man noch ein Neuling in der Szene ist. Hat man allerdings einen Kreis von Auftraggebern zufriedengestellt, kann Mundpropaganda ihre Wirkung zeigen. Dann kommen die Auftraggeber häufiger von selbst.

In beiden Fällen muss man jedoch lernen, zu filtern. Hier kommt die angesprochene Eigenverantwortung ins Spiel: Viele Freelancer verzetteln sich, indem sie sich zu viel Arbeit aufhalsen. Das sorgt nicht nur für den Stress, den man ja gerade mit der Freiberuflichkeit vermeiden wollte, sondern unterliegt auch dem enormen Risiko, Deadlines zu versäumen oder nicht die nötige Qualität abzuliefern.

Ein guter Freelancer weiß, wie viel er realistisch stemmen kann. Und deshalb muss er manchmal auch „nein“ sagen können.

Eigens angestoßene Projekte können sich finanziell lohnen. Doch sie sind auch risikoreich, weil man mitunter Arbeitszeit in ein Digitalprojekt steckt, das sich niemals auszahlt.

Option 2: Eigenes Projekt verwirklichen und vermarkten

Die erste Option ist ein klassisches Reagieren. Allerdings gibt es auch den umgekehrten Weg, selbst proaktiv tätig zu werden. Denn die IT-Welt ist voller Lösungen, die von klugen Köpfen ersonnen und programmiert wurden. Lösungen, für die es scheinbar zuvor keinen Bedarf gab und die deshalb nicht nachgefragt wurden. Als sie jedoch von jemandem erschaffen wurden, entwickelten sie sich zu einem stark nachgefragten Dauerbrenner.

Heißt, es kann, genügend Marktgespür und Kreativität vorausgesetzt, auch eine Option sein, eigene Projekte zu initiieren, für die es keine konkrete Anforderung eines Unternehmens gibt. Auch dann gibt es wieder zwei Möglichkeiten:

  1. Man bewirbt sein Produkt offen gegenüber potenziellen Kunden. Hier ist zu bedenken, dass Freiberufler nur gesetzlich eingeschränkte Werbemöglichkeiten haben.
  2. Man behält das Projekt in der Hinterhand und kann so bei einer Anfrage mit etwas Glück eine maßgeschneiderte, vielleicht nur noch minimale Anpassungen benötigende Lösung aus dem Ärmel ziehen.

Allerdings sei gesagt, dass diese Option natürlich deutlich risikoreicher ist. Schließlich arbeitet man hier „ins Blaue“ hinein ohne Vertrag, ohne Anforderungsprofil. Man sammelt also kostbare Arbeitsstunden an, hat aber keine Garantie, dafür auch entlohnt zu werden.

Realistisch sollte man solche Projekte deshalb erst beginnen, wenn man als Freelancer sattelfest ist und den Markt gut kennt. In der Anfangszeit hingegen sollte man es nur als „Side Project“ begreifen, an dem man in der Freizeit oder in Phasen zwischen zwei Aufträgen arbeitet.

Die Rolle von Vermittlungsagenturen

Das Problem als freischaffender Programmierer ist folgendes: Es gibt viele davon. Selbst die beste Mundpropaganda hat keine unbegrenzte Reichweite. Heißt, gerade in den ersten Jahren unterliegt man dem großen Risiko, Aufträge schlicht zu versäumen, weil man nicht in den richtigen Netzwerken steckt oder potentiellen Auftraggebern nicht bekannt ist.

Dagegen sollte man dringend Vermittlungsagenturen bzw. Headhunter bemühen.

Wichtig: Gerade im IT-Bereich gibt es gute wie schlechte Agenturen. Wer will, dass er nur Vorschläge bekommt, die exakt seinen Skills entsprechen, sollte seine Kontakte in die Szene nutzen und sorgfältig vergleichen.

Allerdings sollte man sich nicht zu blind auf Headhunter und Co. verlassen, das gibt eine trügerische Sicherheit. Heißt, man sollte immer gewillt sein, auf eigene Faust nach Aufträgen zu suchen.

Die wichtigsten Unterschiede zum Angestelltendasein

Das vorangegangene Kapitel hat bereits einige signifikante Unterschiede zwischen Freelancern und Angestellten offenbart. Allerdings gibt es da noch einige mehr.

Networking, etwa auf Kongressen, ist eine niemals endende Bringschuld von Freelancern. Nur ein großes, feinmaschiges Netz sichert eine dauerhafte Auftragssicherheit.

Tätigkeiten jenseits des Programmierens

Die freiberufliche Tätigkeit ist noch von zahlreichen weiteren Notwendigkeiten gekennzeichnet, die ebenso zum täglichen Brot gehören wie das Coden. Im Einzelnen:

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  • Homepage-Aufbau und -Pflege. Wer digital arbeitet, benötigt heute auch eine digitale Visitenkarte. Diese sollte nach allen Regeln der Programmierkunst erstellt sein, richtig gut aussehen und natürlich Google schmecken. Wichtig: Unbedingt die Seite bei der Google Search Console eintragen.
  • Businessplan erstellen und pflegen. Auch Freelancing ist ein kleines Ich-Unternehmen. Das muss sowohl finanziell wie in Sachen Zielsetzung sauber aufgestellt sein.
  • Abrechnung und Buchhaltung. Wer Gewinne machen will, muss wissen, was er für seine Arbeit nehmen kann. Natürlich möchte auch der Staat seinen Teil davon haben in Form von Steuern.
  • Netzwerken und Selbstmarketing. Steht zwar hier an vierter Stelle, ist aber oberste Pflicht – und zwar ohne Unterlass. Die Teilnahme an Networking-Veranstaltungen, Stammtischen, Meetup-Events, Eintragen in einschlägigen Karrierenetzwerken und natürlich auch das Eigenvermarkten im privaten Umfeld und bei der Konkurrenz – viele Freelancer helfen sich gegenseitig, wenn sie einen Draht zueinander haben.

Aus all diesen Punkten ergibt sich auch eine wichtige Tatsache:

Der Tag eines Freiberuflers ist durchaus gut gefüllt.

Man muss zwar nicht dauernd programmieren, aber es wird immer etwas zu tun geben. Hier bekommen die Selbstdisziplin und auch das richtige Augenmaß eine weitere, gewichtige Bedeutung.

Das Gehalt: Was verdient man als Freelancer?

Wir kommen zur Frage aller Fragen, die sich manchem Leser vielleicht schon seit der Überschrift stellt: Wie sieht es mit dem Geld aus?

Die Antwort lässt sich nicht konkret in eine Zahl fassen. Ganz grob kann man sich an den aktuellen Werten orientieren. Je nach konkreter Art dessen, was man genau programmiert, darf man einen Brutto-Stundensatz von etwa 80 bis 90 Euro ansetzen.

Aber:

Der Verdienst schwankt beträchtlich mit der eigenen Erfahrung, dem Auftraggeber und der genauen Art des Auftrags. Speziell als Anfänger muss man unter Umständen mit viel weniger kalkulieren.

Ein Auftraggeber zahlt einem Freelancer-Neuling, der eine simple App für seine Firma programmieren soll, nicht den Satz, den er einem langjährigen Profi für ein hochkomplexes ABAP-Projekt zahlen würde. Was beim Stundensatz immer einkalkuliert werden muss: Es müssen immer noch Steuern, Versicherung usw. abgezogen werden. Heißt, netto ist es definitiv weniger.

Eine ergonomische Arbeitsumgebung ist auch im Home-Office Pflicht. Schon aus gesundheitlichen Gründen, aber auch mit Work-Life-Balance im Hinterkopf.

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Die tägliche Arbeit: Büro, Ressourcen und Co.

Zum Arbeiten als Programmierer ist zunächst nicht viel mehr nötig als ein entsprechend ausgestatteter Büroarbeitsplatz. Doch selbst, wenn das Programmieren nicht so viel Infrastruktur benötigt wie beispielsweise das Aufziehen eines Webshops samt Lager usw., wäre es doch falsch, die Sache so simpel anzugehen.

Ein eigenes Büro – egal ob zuhause oder angemietet – ist schon aus ergonomischen Gesichtspunkten dringend angeraten, weil man als Freelancer maximal selbst darauf achten muss, seine Gesundheit langfristig zu erhalten – wer krank ist, verdient nichts. Keine Lohnfortzahlung wie bei Angestellten. Von der gefährdeten Work-Life-Balance, wenn man ständig dort arbeitet, wo man wohnt, müssen wir erst gar nicht anfangen.

Kommt noch eine Advanced-IT-Infrastruktur hinzu, die man für komplexere Projekte benötigt, ergibt sich vor dem Start in die Selbständigkeit meist die Notwendigkeit, Geld in die Hand zu nehmen. Je nach vorhandenem Startkapital können die erforderlichen Investitionen bereits abgedeckt werden oder es sind zusätzliche Finanzmittel zu organisieren.

Gerade bei hochmoderner technologischer Ausstattung kann ein Kredit den Einstieg erleichtern. Mögliche Angebote sollte man genau prüfen und die Details sorgfältig abwägen, damit auch niedrige monatliche Erträge, wie sie zu Anfang eher die Regel denn die Ausnahme darstellen, nicht dazu führen, dass die Abtragungszahlungen einen erdrücken. Bereits die Wahl der passenden Kreditform kann dazu beitragen, die Kosten niedrig zu halten.

Eine weitere Möglichkeit sind Fördergelder aus öffentlicher Hand für die Existenzgründung. Die regionale IHK berät dazu umfassend und stellt Infos zur Verfügung, welche Fördertöpfe in Frage kommen können.

Bitte beachten: Zwar hat man seit einem Urteil vor einigen Jahren als Freiberufler gegenüber seinem Wohnungsvermieter ein besseres Standing. Dennoch sollte man ihn dringend vor Aufnahme der Freiberuflichkeit kontaktieren. Nach wie vor besagt das Recht, dass der Vermieter es unter Umständen untersagen kann, dass seine zu Wohnzwecken vermietete Immobilie auch zur Erwerbsarbeit genutzt wird.

Steuerliche Unterschiede

Wer angestellt ist, zahlt zwar Steuern, allerdings wird das allermeiste davon von der Buchhaltungsabteilung seines Arbeitgebers erledigt. Als Freelancer hingegen obliegt es einem selbst, sich darum zu kümmern. Erster Schritt dazu ist es, sich bei seinem zuständigen Finanzamt steuerlich erfassen zu lassen. Dabei ist es wichtig, sich als Freiberufler zu registrieren, nicht als Gewerbetreibender – erstere müssen im großen Unterschied zu letzteren nämlich keine Gewerbesteuer abführen.

Allerdings darf man sich darauf einrichten, dass manche Finanzbeamte es einem schwermachen werden. Der Grund: Programmierer ist ein sehr vielschichtiger Begriff; je nachdem, was man tut, sehen viele Beamten darin keine Freiberuflichkeit, sondern ein Gewerbe. Das Bundeswirtschaftsministerium beleuchtet diese Tatsache von mehreren Seiten. Ein weiterer gewichtiger Grund dafür, den Nachweis einer Berufsausbildung oder eines Universitätsabschlusses vorlegen zu können. Letztendlich wird es darauf hinauslaufen, dass man genau darlegen sollte, was man zu tun gedenkt. „Programmieren“ allein reicht nicht aus.

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Seine freiberuflichen Steuer-Formalien selbst zu erledigen, spart zwar Geld, aber es erhöht auch das Risiko, Fehler zu machen – und kostet Zeit.

Sicherheit oder Freiheit?

Zudem sollte man hinsichtlich der Steuern überdenken, wie weit man sich binden möchte. Abermals hat man zwei Optionen:

  1. Man lässt sich in steuerrechtlichen Dingen schulen – etwa in Kursen bei seiner örtlichen IHK – und erledigt alles selbst.
  2. Man sucht sich einen kompetenten Steuerberater und muss nur darauf achten, dass er alle Unterlagen bekommt.

Eine pauschale Antwort, was besser ist, gibt es leider nicht. Ersteres ist bedeutend günstiger, sorgt aber natürlich auch für weitere Mehrarbeit neben dem Programmieren. Letzteres hingegen offeriert eine höhere Sicherheit – Steuerberater sind einfach routinierter, wohingegen der Staat kein Auge zudrückt, wenn ein Freelancer in den Unterlagen einen Fehler macht. Allerdings unterliegen diese Profis einer staatlichen Gebührenordnung, kosten also auf jeden Fall einen gewissen Betrag von den eigenen, vielleicht noch mageren, Einnahmen.

Fokus auf Fortbildung

IT-Wissen mag zwar vielfach „grundständig“ sein, ist aber natürlich nicht in Stein gemeißelt. Daraus ergibt sich eine tagtägliche Bringschuld von Freelancern.

Von der Notwendigkeit von Initiative

Dazu sollte man sich immer vergegenwärtigen, dass man als Freiberufler auf sich gestellt ist. Als Angestellter kann man darauf bauen, sowohl hinsichtlich der Fortbildungsthematik wie ihrer zeitlichen Einordnung und auch noch dem Finanziellen auf den Arbeitgeber vertrauen zu können.

Als Freiberufler hingegen muss man:

  • … selbst erkennen, wann man eine Wissensauffrischung braucht;
  • … den Markt sondieren, um die richtigen Angebote herauszufiltern;
  • … dies alles mit seinem Terminkalender in Einklang bringen;
  • … die Rechnung vollständig aus der eigenen Tasche begleichen.

Abermals sei hier darauf hingewiesen, wie wichtig Selbstdisziplin ist. Denn speziell, wenn man dauernd programmiert, kann es schnell passieren, dass man glaubt, am Puls der Zeit zu sein, wo man es tatsächlich gar nicht ist, weil auf dem Markt dennoch dauernd neue Entwicklungen stattfinden.

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Wie funktioniert selbstständige Fortbildung?

Fortbildung tut also not. Doch in welcher Form?

  1. Als andauernde Maßnahme ist man verpflichtet, sich selbst Up-to-Date zu halten. Lesen von Szene-Neuigkeiten, Reden mit anderen Freelancern – hier bekommt das Netzwerken einen weiteren wichtigen Background.
  2. In regelmäßigen Abständen sollte man übergeordnete Fortbildungskurse besuchen. Auch das benötigt Networking, um zu wissen, was wo angeboten wird.

Ganz wichtig: Bei letzterem ist es Pflicht, darauf zu achten, dass es am Ende anerkannte Zertifikate gibt. Denn selbst die besten Testimonials durch Arbeit können noch dadurch verbessert werden, dass man beim nächsten Auftraggeber auch nachweisen kann, dass man vielleicht für genau das Anforderungsprofil, das er hat, vor kurzem eine Fortbildung genossen hat.

Fazit

Freelancer werden ist nicht schwer, Freelancer bleiben dagegen sehr. So simpel lässt sich das freiberufliche Programmieren tatsächlich umschreiben. Wer diesen Weg wählt, löst sich von allen Einschränkungen, die in einem Angestelltenverhältnis naturgemäß dazugehören. Allerdings gehen damit auch sämtliche Sicherheitsnetze. Weniger Arbeit bedeutet Freelancing auf keinen Fall, oft sogar mehr. Aber es ist etwas für alle IT-Spezialisten, die ihr Berufsleben lieber in die eigenen Hände nehmen möchten und dafür auf Festgehälter, Lohnfortzahlung und dergleichen verzichten können. Nichts für jeden, aber für manche Charaktere die beste Wahl.

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