Knackpunkt Qualifikation: IT-Karriere als Quereinsteiger

Quereinsteiger

Erfolgreich in der IT-Branche ohne Studium und Ausbildung?

In Zeiten von Autodidakten, die Webdesign oder Programmiersprachen in ihrer Freizeit lernen, sind hochqualifizierte IT-Kenntnisse nicht nur auf brancheninterne Profis wie studierte Informatiker beschränkt. Doch bedeutet das automatisch, dass man mit dem entsprechenden Hintergrundwissen und der Erfahrung aus privaten Projekten eine IT-Karriere starten kann, ohne eine entsprechende Ausbildung absolviert zu haben? Welche Möglichkeiten haben IT-Talente, die zwar fachlich topfit sind, aber auf dem Papier keine Qualifikation vorzuweisen haben? Eine Karriere als Informatiker oder in der Tech-Branche ist ein sehr beliebtes Ziel vieler junger Menschen. Der Sektor ist interessant und dynamisch, befindet konstant im Wachstum, bietet lukrative Aussichten und überschneidet sich in vielen Fällen ohnehin mit den privaten Interessen vieler technikversierter Personen.

IT und Autodidakten

In diesem digitalen Zeitalter sind viele junge Menschen bereits vollständig mit Computern und dem Internet aufgewachsen, wodurch sie mit der Technologie im Detail vertraut sind. Die Bezeichnung für diese Generation nennt sich Digital Natives, da sie von Geburt an in eine digitale Welt hineingeboren wurden. Unter ihnen, aber auch bei älteren Jahrgängen, die in ihrer Lebenszeit mit Computern in Berührung gekommen sind, finden sich zahlreiche Menschen, die sich dabei viel tiefgehendes Wissen in bestimmten IT-Bereichen angeeignet haben. Da es ein hochinteressantes Feld ist, in dem sich schon von Zuhause aus mit nur einem Computer sehr tief in die Materie eintauchen lässt, sind die meisten Fachrichtungen gut geeignet, um auf eigene Faust als Hobbyist sehr viel zu lernen. Neben den Freizeit-Programmierern gibt es auch einige Menschen, die unabhängig von ihrer bisherigen Berufsbezeichnung in ihrem Unternehmen verschiedene IT-Pflichten übernommen haben.

Quereinstieg in die IT – was macht die Branche so interessant?

Die IT-Branche ist in den 80er Jahren explodiert und befindet sich immer noch im Wachstum. Die umfassende Digitalisierung aller Alltags- und Lebensbereiche, die mit immer neuen Aspekten kein Ende zu finden scheint, hat dieses in den letzten Jahren nur noch mehr beschleunigt. Vor allem der Wandel zur Industrie 4.0 hat dazu geführt, dass Firmen sämtlicher Wirtschaftssektoren immer mehr IT-Fachkräfte benötigen – so dass es zu einer großen Zahl an unbesetzten Stellen kommt. In einem so spezifischen Feld ist der Fachkräftemangel besonders spürbar. Der Bedarf nach qualifizierten Arbeitern ist also unverändert hoch und die durchschnittliche Bezahlung sehr attraktiv – gute Chancen und Perspektiven also für Neueinsteiger. Ein weiterer Vorteil: Viele Startups sind im Tech-Bereich angesiedelt. Die häufig jüngere, modernere Unternehmenskultur dort könnte insbesondere für Quereinsteiger mit bestimmten Fähigkeiten ein großer Vorteil sein.

Bewerbung ohne Ausbildung? Geht das?

Ein großer Teil der Jobs in der IT-Branche setzt für gewöhnlich ein Studium voraus. Eine akademische Laufbahn stellt den klassischen Karriereweg für Softwareentwickler oder Wirtschaftsinformatiker dar. Darüber hinaus gibt es einige Ausbildungsberufe – Informatiker für Systemintegration oder Anwendungsentwicklung beispielsweise. Im kreativ-medialen Bereich ist eine Ausbildung ohnehin häufig die richtige Wahl. Doch was tun, wenn der eigene berufliche und schulische Hintergrund keine direkten Berührungspunkte mit der Informationstechnologie hat? Eine anerkannte Berufsbezeichnung ist in Deutschland immer noch sehr wichtig und häufig das erste Kriterium, mit dem mögliche Kandidaten aus der Vielzahl der Bewerber herausgesiebt werden. Eine Möglichkeit, die vor allem für jüngere Quereinsteiger in Frage kommt, sind Jobs, die sich im IT-Bereich abspielen oder diesen tangieren, aber nicht unbedingt ein Studium oder eine Ausbildung in diesem Bereich voraussetzen. Ein Beispiel dafür wären Service-Desk Mitarbeiter im Bereich IT-Support. Dort sind IT-Kenntnisse häufig eine wichtige Voraussetzung, jedoch muss nicht dringend eine entsprechende Ausbildung dahinterstecken. Quereinsteiger, die bereits kommunikative Berufserfahrung haben, sind daher beliebte Kandidaten.

Vielseitige Branche mit guten Einstiegsmöglichkeiten

Als Mitarbeiter in einem technisch oder IT-orientierten Callcenter und als Key- oder Helpdesk Account Manager gibt es viele Junior-Stellen, die mit beschränkter oder keine Berufserfahrung im IT-Bereich zugänglich sind. Derartige übertragbare Fähigkeiten in Lebenslauf sind daher recht hilfreich, um den Quereinstieg in die IT auf solchen Einstiegspositionen zu erleichtern. Diese sind als erster Schritt perfekt, da es im weiteren Verlauf deutlich einfacher ist, sich intern auf tiefergehende Stellen zu bewerben. Wichtig dabei ist, dass die fachliche Qualifikation mit Hilfe zusätzlicher Verpflichtungen, die man im Rahmen der Stelle auf sich nimmt, sowohl gefördert als auch gezeigt wird. Übrigens sind nicht alle Unternehmen gleichermaßen für diese Art des internen Queraufstiegs geeignet. In Startups oder im Mittelstand haben motivierte Quereinsteiger daher häufig gute Chancen, berufliche Erfahrungen im IT-Bereich zu sammeln. Wenn dort – was im Zuge der Digitalisierung immer häufig der Fall ist – plötzlich derartige Aufgaben anfallen, kann es sehr hilfreich sein, diese Pflichten zu übernehmen. Im Optimalfall ermöglicht das dann sogar die direkte Übernahme einer neuen Stelle für diese Aufgaben, wodurch ein tatsächlicher IT-Jobtitel auf dem Lebenslauf steht.

Welche Qualifikation ist bei Unternehmen gewünscht und beliebt?

Die Informatik und der IT-Bereich insgesamt ist für Quereinsteiger also sehr interessant. Jedoch kann es gleichzeitig auch schwierig sein, in der Branche Fuß zu fassen. Der absolute Großteil aller Stellen für den Einstieg werden an Absolventen von Studiengängen in diesem Bereich vergeben. Selbst für hochqualifizierte Quereinsteiger kann es dann schwierig sein, die Personalbüros mit der eigenen Bewerbung anzusprechen, wenn die Angabe eines abgeschlossenen Studiums fehlt. Der Knackpunkt liegt also darin, auf die tatsächlichen Fähigkeiten, die für die Stelle relevant sind, aufmerksam zu machen. Daher ist der erste Schritt, der schon vor dem Bewerbungsvorgang steht, die Aneignung der entsprechenden Fähigkeiten. Selbst, wer sich selbst als vielseitiger Experte sieht und viele Skills als Autodidakt im Rahmen freiwilliger Lektionen oder von Hobbys gelernt hat, erfüllt eventuell nicht direkt die Anforderungen von Unternehmen. Diese setzen nämlich häufig sehr spezifische Kenntnisse oder gar Zertifikate voraus, um zu garantieren, dass die anfallenden Aufgaben kein Problem darstellen. Diese Hard Skills sollten also, ungeachtet der eigentlichen Fähigkeiten, auf jeden Fall sitzen. In vielen Fällen fallen diese auch bei verschiedenen Jobs im Entry Level Bereich recht ähnlich aus. Das sind die typischen Grundfähigkeiten, die als IT’ler sehr häufig gefragt sind:
  • Grundlagen: Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Netzwerktechnik, IT-Support und Webentwicklung werden häufig pauschal vorausgesetzt, unabhängig von der letztendlichen Jobbeschreibung.
  • Datenbankverarbeitung: Die Datenbanksprache SQL und spezifische Anwendungen wie Microsoft SQL Server, sowie Schnittstellenprogrammierung und Erfahrung in der Auswertung und Analyse von großen Datenmengen.
  • Cloud Computing: Der „letzte Schrei“ in jeder IT-Abteilung. Distributed Computing liegt besonders in Unternehmen immer mehr Anwendungen zu Grunde und ist daher häufig ein Aspekt, in dem fundierte Kenntnisse vorausgesetzt werden.
  • Kenntnisse in spezifischen Umgebungen: Gerade hier haben Autodidakten häufig Probleme, da sie privat an diese Programme nicht herankommen. Oft sind hier sehr spezifische Zertifikate und Weiterbildungen für die Arbeit mit ganz bestimmten Programmversionen nötig. SAP und Cisco sind nur zwei Namen von vielen, die häufig in der Liste der Aufgaben auftauchen.
  • Erfahrung mit einer Vielzahl von Werkzeugen: Theoretische Kenntnisse sind äußerst wichtig, aber auch praktische Erfahrung mit typischen Business-Programmen wie etwa ERP und CRM Tools wird für gewöhnlich vorausgesetzt. Glücklicherweise lassen sich diese auch im Rahmen von Stellen kennenlernen, die nicht im Bereich der IT liegen.

Bedeutung der „weichen Fähigkeiten“ in der IT

Vor allem auch aufgrund der Bewerbungsgespräche, die immer noch mit Menschen geführt werden, sind darüber hinaus Soft Skills äußerst wichtig. Zwar gibt es das Klischee, dass man im IT Bereich nur vor seinem eigenen Bildschirm arbeitet und nur wenig Kontakt mit anderen Mitarbeitern hat, doch in der Zeit von moderner Softwareentwicklung oder Projektorganisation trifft das keineswegs mehr zu. Daher sind gute Soft Skills, die vorteilhaft für die jeweilige Arbeitsumgebung und Aufgabenbereiche sind, sehr wichtig für Quereinsteiger, um zukünftige Arbeitgeber zu überzeugen. Folgende Soft Skills sind häufig gefragt:
  • Teamfähigkeit: Immer mehr IT-Arbeit findet verteilt in größeren Teams statt, möglicherweise sogar mit vielen Offsite-Mitarbeitern, die nur per Telefon oder Email erreicht werden können. Daher ist es wichtig, unter diesen Umständen effektiv arbeiten zu können oder am besten sogar eine positives Atmosphäre zu fördern.
  • Erfahrung in leitenden Positionen: Unabhängig von der Branche und fachlichen Aspekten sind Führungsqualitäten immer wieder gefragt und äußerst wichtig für eine angenehme Zusammenarbeit.
  • Kommunikation: Entweder intern, mit Vorgesetzten oder Teammitgliedern, aber auch im Dialog mit Geschäftspartnern oder Kunden ist eine professionelle Kommunikation sehr wichtig.
  • Kreativität: Nicht selten sind die Herausforderungen, besonders in der Anwendungsentwicklung, weniger technischer Natur, sondern erfordern eher eine kreative Herangehensweise. Das klassische „Thinking out of the Box“ ist daher eine gern gesehen Fähigkeit.
  • Belastbarkeit: Besonders in Agenturen oder in leitenden Positionen ist es häufig nötig, unter Zeitdruck zu arbeiten oder aufgrund einer bestimmten Deadline Lösungen zu finden, um ein Projekt trotz plötzlicher Schwierigkeiten noch finalisieren zu können. Daher ist es eine sehr gesuchte professionelle Eigenschaft, in solchen Situationen ruhig zu bleiben und konzentriert weiter arbeiten zu können.
Mit diesen grundlegenden Fähigkeiten und persönlichen Eigenschaften gewappnet ist ein Bewerbungsgespräch keine allzu große Herausforderung mehr. Besonders in den fachlichen Qualifikationen sind jedoch Spezialisierungen auf Bereiche, die für die jeweilige Stelle besonders relevant sind, weit wichtiger. Insbesondere in größeren oder grundsätzlich IT-orientierten Unternehmen sind die Zuständigkeitsbereiche der meisten Angestellten auf ein spezifisches Gebiet beschränkt. Selbst innerhalb einer Disziplin wie beispielsweise der Netzwerktechnik, gibt es bestimmte Anwendungsformen sie eine spezialisierte Aus- oder Weiterbildung erfordern, wie beispielsweise die Arbeit mit bestimmten Cisco-Standards. Daher ist es eventuell nötig, sich zumindest für eine weiterführende Laufbahn in der IT die entsprechenden Fähigkeiten anzueignen, beispielsweise im Rahmen einer Fortbildung – dazu später mehr.

Stichwort Portfolio und Bewerbung

Bei einem erstmaligen Versuch zum Quereinstieg sind diese jedoch häufig nicht vorhanden und zwischen den Jobs eine längere Ausbildung einzuschieben ist entweder nicht möglich oder nicht erwünscht. Dann gilt es, in eine Position zu kommen, in der man potentielle Arbeitgeber vom eigenen Mehrwert und den Fähigkeiten überzeugen kann. Die Bewerbung ist dafür der erste Schritt. Je nach Unternehmen oder Branche kann es daher eine gute Idee sein, schon in Form und Gestaltung der Bewerbungsmappe von den ausgetretenen Standards abzuweichen. Eine kreative Bewerbung, die sowohl die eigene Persönlichkeit als auch die besonderen Fähigkeiten hervorhebt, kann somit der erste Schritt sein, der Bewerber auch gegen andere Kandidaten mit mehr akademischen Errungenschaften hervorstechen lässt. Dafür gibt es noch ein paar Tipps, die dabei helfen, die eigenen Stärken schon in der Bewerbung richtig in Szene zu setzen:
  • Motivation hervorheben: Ein besonderer Vorteil für Quereinsteiger ist, dass sie häufig ein überproportionales Eigeninteresse an der jeweiligen Branche mitbringen, die sie selbst von Absolventen in diesem Gebiet abhebt. Die in Vorstellungsgesprächen häufig gestellte Frage, warum man unbedingt hier arbeiten möchte, kann in diesen Fällen mit der Leidenschaft für die Thematik beantwortet werden.
  • Fähigkeiten ins Zentrum stellen: Was man tatsächlich beherrscht, womit man echte praktische Erfahrung hat, ist vielen Arbeitgebern wichtiger als ein bestimmter Titel auf Papier. Genau hier können Quereinsteiger mit der richtigen Qualifikation punkten.
  • Transferfähige Qualifizierungen: Erfahrungen aus der alten Laufbahn haben eine Sonderstellung, insbesondere, wenn sie direkt auf Operationen des neuen Arbeitgebers anwendbar sind. Erstellt eine IT-Firma beispielsweise Anwendungen für Kraftfahrzeuge, kann auch in einer Bewerbung auf eine Stelle als Programmierer die vorhandene Erfahrung als Mechatroniker sehr hilfreich sein.
  • Lernbereitschaft betonen: Wer sich als Autodidakt das Wissen aneignen konnte, um die fachlichen Anforderungen für die Stelle zu erfüllen, ist erwiesenermaßen vor allem in diesem Themengebiet mehr als lernbereit. Derartige besondere Eigenschaften sollten keinesfalls zu kurz kommen.
  • Portfolio aufbauen: In vielen IT-Bereichen, wie etwa der Anwendungsentwicklung oder dem digitalen Mediendesign, sind eigenständige Projekte eine optimale Möglichkeit, um die Eignung für den Einstieg in die professionelle Welt zu ermöglichen. Daher ist der Aufbau eines Portfolios zur Vorstellung der eigenen Fähigkeiten durchaus zu empfehlen.

Nachträgliche Ausbildung im IT-Bereich zum Karriereeinstieg

Da trotz des Fachkräftemangels das Fehlen einer förmlichen Ausbildung im IT-Bereich ein großes Hindernis für den Quereinstieg sein kann, ist es eventuell nötig, sich genau darum zu bemühen. Für eine fundierte Ausbildung, ein Fernstudium oder eine Weiterbildung ist es glücklicherweise nie zu spät und damit kann das größte Problem für den Branchenwechsel gelöst werden. Ein Problem ist häufig die Finanzierung einer zweiten Ausbildung. Da man während eines Präsenzstudiums kein oder kaum Geld verdienen kann, muss für eine solche Umschulung die Frage des Geldes geklärt sein, bevor man den aktuellen Job kündigt. Aktuell bietet sich eine gute Situation für Quereinsteiger, da Kredite für eine Finanzierungsbrücke aktuell dank der günstigen Lage mit besonders niedrigen Zinsen sehr vorteilhaft erhältlich sind. Um die Zeit des verringerten Einkommens zu überstehen ist dies durchaus eine gute Lösung, da somit sorgenfrei die gewünschte fachliche Qualifikation erreicht werden kann. Wer sich noch im Angestelltenverhältnis mit dem alten Arbeitgeber befindet, kann berufsbegleitende Angebote ausnutzen, die es ermöglichen, nebenbei die Weiterbildung beziehungsweise Umschulung durchzuführen. Ein Informatik-Studium als Abendstudium wird von vielen Instituten angeboten und kann insbesondere von bereits erfahrenen Hobby-IT’lern mit vergleichsweise wenig Aufwand abgeschlossen werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll, Fördermöglichkeiten für die jeweilige Weiterbildung im Rahmen des sogenannten Aufstiegs-BAföGs zu prüfen.

Innovative Weiterbildungsmöglichkeiten

Besonders interessant für Quereinsteiger sind möglicherweise die modernen „Accellerated Learning“ Programme. Diese ermöglichen es, sich innerhalb weniger Monate in Intensivkursen das nötige Wissen für eine Qualifikation in einer neuen Branche anzueignen. Gerade im IT- und Tech-Sektor sind derartige Konzepte mittlerweile recht weit verbreitet, da sie als Reaktion auf den Fachkräftemangel in eben diesen Sektoren entstanden sind. Die Ausbildungen sind sehr kompakt gehalten und orientieren sich sehr nah an den praktischen Herausforderungen, die im Berufsleben warten. Ein weiterer Vorteil dieser Programme ist ihre Aktualität. Gerade in der IT verändern sich die Anforderungen und Standards immer und immer wieder, weshalb es wichtig ist, auf der Höhe der Zeit zu sein. Das betrifft sowohl die sekundären Themen, mit denen sich die IT auseinandersetzen muss – wie etwa Entwicklungen im Bereich der Nachhaltigkeit, als auch den detaillierten Berufsalltag. Man kann bestimmte Tools oder Programmiersprachen noch so gut beherrschen und damit großartige Ergebnisse erzielen, wenn diese veraltet sind hat dies keine berufliche Relevanz. Als wichtiger Tipp kann man IT-Talenten in Spe für die Vorbereitung auf den Quereinstieg nur empfehlen, sich möglichst in einem relevanten Bereich zu spezialisieren. So gibt es beispielsweise eigene Fortbildungsprogramme oder Schnellkurse von Unternehmen, die wichtige Standards in der EDV stellen. Ein Beispiel sind etwa die Kurse zur SAP-Beraterausbildung. Da die deutsche Softwareschmiede die IT-Lösungen für sehr viele verschiedene Unternehmen bereitstellt, sind vielerorts Experten für die Einrichtung, Wartung oder Anwendung der Programme gefragt. Gerade für Quereinsteiger ist dies gut geeignet, da sich die Lerninhalte ohnehin an Berufsanfänger richten und keine besonderen Abschlüsse voraussetzen. Daher ist sind solche Schulungen ein guter Weg, um die häufig nötige, auf Papier ausgestellte Qualifikation zu erhalten.

Selbstständig machen mit dem eigenen Tech-Startup

Eine Karrierechance für IT-Talente, die zwar nicht für jeden geeignet ist, aber in vielen Fällen schon zu großem Erfolg geführt hat, darf hier nicht unerwähnt bleiben. Wer viel Leidenschaft, entsprechende Kenntnisse in der Materie und vielleicht einige kreative Ideen für ein Produkt mitbringt, hat möglicherweise die Chance, auf eigene Faust die Grundlage für eine Karriere in der Informatik-Branche aufzubauen. Vor allem Webentwickler und Programmierer haben beispielsweise die Chance, ihr Können als Freelancer anzubieten oder in Personalunion ein kommerzielles Produkt zu entwickeln. Besonders, wer privat bereits vollständig funktionale Programme entwickelt hat und somit prinzipiell den Full-Stack-Standard erfüllt, hat hier große Chancen. Falls die Idee für ein entsprechendes Marktmodell besteht, ist es eventuell eine gute Idee, ein waschechtes ein Startup zu gründen. Das ist problemlos ohne förmliche Ausbildung möglich, da es in Deutschland jedem frei steht, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Das klingt vielleicht für viele sehr attraktiv, kommt jedoch mit vielen zusätzlichen Herausforderungen daher:
  • Aufgaben der Geschäftsführung kommen dazu. Als Gründer bleibt es meist nicht lange möglich, sich vollständig um die Aufgaben des Kerngeschäftes zu kümmern, sondern muss andere Pflichten übernehmen.
  • Viele Startups scheitern in den ersten drei Jahren. Die Erfolgsgeschichten sind zwar sehr bekannt und sollten nicht ignoriert werden. Doch es ist trotz eines guten Produktes nicht immer einfach, Kunden damit anzusprechen oder ein langfristig marktfähiges Konzept zu erschaffen.
  • Der Zeitaufwand ist zumindest zu Beginn weit höher als im Angestelltenverhältnis.
Wer jedoch seiner Vision vollständig vertraut, kann als Quereinsteiger mit dem eigenen Unternehmen eine große Chance nutzen und möglicherweise einige Stufen der Karriereleiter überspringen. So muss man sich nicht um einen zweiten Bildungsweg oder einen Einstiegsjob kümmern, der von der angestrebten Position noch weit entfernt ist.

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