Recruiting Marketing – erfolgreich Mitarbeiter finden

Recruiting Marketing

Die perfekte Symbiose, um IT-Talente anzulocken?

Wer heute in einem der gängigen IT-Berufe seinen Abschluss macht, findet sich in einer komfortablen Situation wieder: Gute Fachkräfte können sich ihren Job heute oft aussuchen. Doch wie sollten Unternehmen darauf antworten? Wie lassen sich die besten Köpfe in den nächsten Jahren für das eigene Unternehmen begeistern. Anreize allein über die Bezahlung zu regeln, kann sich am Ende als sehr teuer erweisen. Aus diesem Grund geht es nun um eine Strategie, die Elemente des E-Recruiting mit klassischen Online-Marketing-Maßnahmen verbindet.

Fachkräftemangel und neue Ansätze bei der Anwerbung

Der Fachkräftemangel ist ein Phänomen, welches die Wirtschaft von Jahr zu Jahr härter trifft. Dies liegt vor allem an der Tatsache, dass immer mehr geburtenstarke Jahrgänge in Rente gehen, während geburtenschwächere Jahrgänge auf dem Arbeitsmarkt nachrücken. Wenn die Babyboomer in Rente gehen, könnte sich das Phänomen weiter verstärken, so dass Unternehmen heute schon vorsorgen sollten.

Wie hoch fällt der Fachkräftemangel tatsächlich aus?

In vielen Branchen mögen Unternehmen den Fachkräftemangel eventuell leicht übertrieben darstellen. Bei der Suche nach IT-Talenten lässt sich jedoch festhalten, dass der Mangel ein unbestreitbarer Fakt ist. So ist die Zahl der offenen Stellen für IT-Fachkräfte 2018 sprunghaft auf 82.000 (2017: 55.000) angestiegen. Dabei spielten neben fehlender Qualifikation der Bewerber auch deren hohe Gehaltsforderungen eine wichtige Rolle. Gerade Software-Entwickler und Anwendungsbetreuer werden aktuell also wirklich händeringend gesucht.

Wie E-Mail-Marketing den Kampf um Talente unterstützen kann

E-Mail-Marketing ist im Online-Marketing auch heute noch ein zentrales Element, um Besucher einer Unternehmens-Webseite in Interessenten und später in zahlende Kunden zu transformieren. Dafür benötigen die nutzenden Firmen lediglich eine entsprechende Software, die an die eigenen Bedürfnisse angepasst ist. Wichtige Punkte sind dabei:

• Die Kosten der Nutzung
• Die Empfängerverwaltung
• Die Möglichkeiten der Automation
• Die Möglichkeiten der Personalisierung

E-Mail-Marketing für Arbeitskräfte

Doch warum sollte sich das E-Mail-Marketing nicht auch im Kampf um IT-Talente einsetzen? Die Denkweise ist dabei ganz ähnlich, wenn einige gedankliche Transformationen durchgeführt werden:
• Besucher = IT-Studenten mit Ambitionen
• Interessenten = IT-Studenten im E-Mail-Verteiler des Unternehmens
• Kunden = neue Mitarbeiter

Auf Basis dieser Annahme könnten also auch IT-Talente durch entsprechende E-Mail-Kampagnen und weiteren Content begeistert werden, um sich später ihre Dienste zu sichern

Recruiting läuft in vielen Fällen online ab. Mit guten Marketingansätzen können Unternehmen die besten IT-Talente auch in Zeiten des Fachkräftemangels von sich überzeugen. Bild fotolia.com © Jirapong #2072606676

Dem Wettbewerb voraus sein: Talente vorzeitig ansprechen

Wie bei allen anderen Werbeprozessen auch, hängt die Schwierigkeit einer Conversion (IT-Talent entscheidet sich für das eigene Unternehmen) mitunter davon ab, an welchem Punkt im Berufsleben der potenziellen Talente angesetzt wird. Die folgende Tabelle kann die Zusammenhänge genauer erklären:

Ansatzpunkt der E-Mail-KampagneWettbewerb
Anwerbung von IT-Talenten mit mehrjähriger Berufserfahrung
  • Hoher Wettbewerb (Haifischbecken)
  • Sehr hoher Überzeugungsaufwand nötig
  • Hohe Anforderungen der Bewerber an seinen Arbeitgeber
Anwerbung von IT-Talenten kurz nach dem Studium oder der Ausbildung
  • Mittlerer Wettbewerb
  • Mittlerer bis hoher Überzeugsaufwand nötig
  • Mittlere Anforderungen der Bewerber an seinen Arbeitgeber
Anwerbung in den letzten beiden Studiensemestern
  • Niedriger bis mittlerer Wettbewerb
  • Niedriger bis mittlerer Überzeugungsaufwand nötig
  • Niedrigere Anforderungen der Bewerber an seinen potenziellen Arbeitgeber

Tabelle 1: Ansatzpunkte für die Talentanwerbung und die jeweilige Wettbewerbssituation

Wer im Anwerbungsprozess also bereits im Studium der potenziellen Arbeitnehmer ansetzt, sieht sich einem deutlich geringeren Wettbewerb ausgesetzt und kann bereits jetzt für später vorsorgen. Letztlich ist es einfacher, die „low hangig fruits“ zu ernten, als sich im Haifischbecken mit den anderen Wettbewerbern zu duellieren.
Doch wie funktioniert das und was sollte dabei beachtet werden?

Marketingideen: Probleme von Studenten lösen

Werden die potenziellen IT-Talente als Zielgruppe betrachtet, lassen sich bei ihnen bestimmte Bedürfnisse und auch Probleme beobachten, die es zu lösen gilt:

  • Viele Studenten müssen heute Praktika machen
  • Es stehen Abschlussarbeiten an
  • Projekte müssen fertiggestellt werden
  • • Das Lernen fällt vielen Studenten schwer

Um vielversprechende Studenten für die eigene Firma gewinnen zu können, geht es nun darum, eines dieser Probleme aufzugreifen und den Studenten kostenfrei eine Lösung anzubieten. Die folgenden zwei Beispiele sollen dies verdeutlichen:

1. Ein PDF zu erfolgreichen Lernstrategien

Wer ein kostenfreies PDF zu Lerntaktiken im IT-Bereich erstellt und dieses auf einer OPT-In-Page kostenfrei zur Verfügung stellt, kann dabei die E-Mail-Adresse der Studenten einsammeln. Wird eine entsprechende Erlaubnis eingeholt, ist es nun möglich, jederzeit mit den Absolvent/-innen in Kontakt zu treten. Eine sinnvolle weitergehende Content-Strategie könnte nun in einer Umfrage bestehen, bei der der Bewerber seine Vorstellungen und Anforderungen an seinen künftigen Job kundtun kann. Wird dabei erklärt, dass das eigene Unternehmen immer an Talenten mit Potenzial interessiert ist, ist der sprichwörtliche Fuß in der Tür. Mit der Zeit sollte es möglich sein, die Spezialisierung eines Studenten herauszubekommen und ihm bei Bedarf entsprechende Stellenangebote zu machen. Dieser fühlt sich wertgeschätzt und baut somit eine positive Beziehung auf, was die Chancen einer späteren Anstellung deutlich erhöht.

Damit möglichst viele Student/-innen erreicht werden, ist es erforderlich, die OPT-In-Page mit dem kostenfreien PDF und der E-Mail-Anmeldung entsprechend zu verbreiten. Von PPC-Werbung bis zum Einkauf in Fachnewslettern ist dabei viel möglich.

2. Projekte und Themen für Abschlussarbeiten ausschreiben

Dass Absolvent/-innen praxisbezogene Abschlussarbeiten in Verbindung mit der Wirtschaft erstellen, ist eigentlich keine Neuigkeit. Wer sich hier eine gute Content-Strategie überlegt, kann auf diesem Weg ebenfalls Kontakte zu IT-Talenten mit Potenzial aufbauen. Wurde erst einmal eine E-Mail-Liste wie in der ersten Strategie aufgebaut, lassen sich entsprechende Ausschreibungen natürlich auch dieser Liste anbieten.

Beziehungen pflegen und Talente vorzeitig anwerben

Wurde über das E-Mail-Marketing einmal eine Beziehung zu entsprechenden Talenten aufgebaut, geht es nur noch darum, diese langfristig zu pflegen. Dies funktioniert am besten über regelmäßige Inhalte, die für die Talente von Interesse sind. Ist die Liste zudem lang genug, könnte auch eine Einladung zu einer firmeninternen Talentmesse oder zu Einzelgesprächen erfolgen, um die weitere Karriereplanung voranzutreiben. Wie sich zeigt, sind der Kreativität keinerlei Grenzen gesetzt. Je besser die Zielgruppe der IT-Talente adressiert wird, desto besser wird die Beziehung und desto größer sind die Chancen auf eine spätere Anwerbung.

Die Kosten solcher Maßnahmen

Auf den ersten Blick klingt dieser Weg der Talentwerbung nach viel Arbeit und auch entsprechenden Kosten aus. Tatsächlich: Es sind zunächst Investitionen in die E-Mail-Software sowie eine gute E-Mail-Kampagne nötig. Doch wenn sich dieses System etabliert hat und dadurch die ersten IT-Talente angeworben werden können, lassen sich die Kosten vielfach wieder einspielen. Gute Mitarbeiter werden von Jahr zu Jahr wertvoller und wer die kreativsten und leistungsfähigsten Köpfe mit an Bord hat, kann sich vom Wettbewerb absetzen.

E-Recruiting weiterdenken: Mit dem Marketing-Gedanken ganz einfach

Setzen Unternehmen bereits auf E-Recruiting und nutzen dabei entsprechende Software, lässt sich dieses Konzept natürlich auch weiterdenken. Die Software speichert die einzelnen Bewerber in einem Pool und es besteht so die Möglichkeit, diese ebenfalls per E-Mail zu kontaktieren.

Wer auch diesen Bewerberpool als Zielgruppe betrachtet, kann diesen mit Content bespielen und so eine längerfristige Beziehung aufbauen. Mitunter erreicht diese sogar ein so gutes Niveau, dass sie zögernde oder zunächst ablehnend gestimmte Bewerber mit der Zeit doch noch überzeugen können, ihre Meinung zu ändern.

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Frühzeitig Kontakt zu Talenten aufnehmen und am Ende als Gewinner dastehen. Bild: fotolia.com ©kasto #209439761

Fazit

Es mag noch vor 10 Jahren deutlich einfacher gewesen sein, die passenden Fachkräfte für die offenen Stellen im eigenen Unternehmen anzuwerben. Der heutige Wettbewerb zeigt jedoch eindrucksvoll, wie wichtig die Mitarbeiter für den eigenen Erfolg sind. Nur mit den besten Köpfen ist es möglich, am Ende auch außergewöhnlich gute Leistungen zu verkaufen.
Aus diesem Grund ist heute unabdingbar, sich frühzeitig Gedanken darum zu machen, wie sich die IT-Talente angesichts des Fachkräftemangels ins Unternehmen locken lassen. Den ruinösen Gehaltskampf können gerade kleinere Unternehmen kaum mitgehen. Aus diesem Grund ist Kreativität gefragt. Wer das Recruiting aus Marketing-Sicht sieht und die IT-Talente als Zielgruppe betrachtet, findet jedoch schnell passende Lösungen.

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