Der Einstieg als Freelancer in der IT-Branche

Teil 2 unserer Freelancer-Reihe: So schaffst du den richtigen Einstieg

Viele Menschen werden von der Existenz als IT-Freelancer vor einige Herausforderungen gestellt – diese Tätigkeit bietet einem allerdings auch viele verschiedene Vorteile, wie die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung und die finanzielle Unabhängigkeit. Und das, was viele in den IT-Bereich lockt, sind große Verdienstmöglichkeiten. Allerdings gibt es in diesem Bereich einiges zu beachten, genau wie in allen anderen Branchen auch – unterschiedliche Faktoren müssen bedacht werden, bevor man in die lebensverändernde Selbstständigkeit eintreten möchte. Hier erfährst Du, wie Dir der Einstieg als Freelancer gelingt!

Die komplette Reihe:
Was macht ein Freelancer in der IT-Branche? – Teil 1
Der Einstieg als Freelancer in der IT-Branche – Teil 2
Steuern, Rente und Weiterbildungen als Freelancer in der IT – Teil 3
Freelancer in der IT-Branche: Gehalt und Perspektiven – Teil 4
Welche Skills braucht ein Freelancer in der IT-Branche? – Teil 5
Wie finde ich Aufträge, Projekte und Jobs als Freelancer? – Teil 6

Wie kann ich Freelancer im IT-Bereich werden? Wie viel Startkapital brauche ich?

Falls Du am überlegen bist, Dich als IT-Freelancer selbstständig zu machen, dann solltest Du Dir im Voraus überlegen, ob eine selbstständige Tätigkeit das Richtige für Dich ist. Selbstverständlich bringt der Start in die Freiberuflichkeit eine Vielzahl an Vorteilen mit sich. Du musst aber beachten, dass die neugewonnene Freiheit ebenfalls viele Pflichten und Herausforderungen mit sich bringt. Du musst Dir auch die Frage stellen, ob Du alle Voraussetzungen mitbringst, um eine Selbstständigkeit zu tätigen. Stelle Dir vor dem Einstieg einfach folgende Fragen:

  • Bin ich bereit, mich auch auf finanzielle Risiken einzulassen?
  • Kann ich mich als einen Unternehmertyp bezeichnen?
  • Bin ich bereit jederzeit selbst für mein Business einzustehen?
  • Verfüge ich in diesem Bereich über ausreichend Erfahrung und über das betriebswirtschaftliche Wissen?
  • Kann ich mich in der Branche gut vernetzen?

Das mag zunächst abschreckend wirken, wenn man die Fragen jedoch im Detail betrachtet wird klar, dass man den Blick für gewisse Aspekte und Verwaltungsaufgaben schärfen muss, die Einstiegshürden jedoch schnell genommen werden können.
An dieser Stelle ist ebenfalls wichtig zu erwähnen, dass Du als IT-Freelancer in der Regel viel weniger Startkapital als andere Firmengründer benötigst. Ganz kostenlos ist der Schritt in die Freiberuflichkeit aber dennoch nicht – daher kannst Du diverse private und staatliche Fördermittel nutzen, um Dir den Einstieg in die Selbstständigkeit zu erleichtern. Neben solchen Förderungen für Existenzgründung bestehen ebenfalls Initiativen, die vor allem Gründer im IT-Bereich unterstützen: Sie bieten Dir finanzielle Hilfe für den Start, helfen Dir Dein Netzwerk auszubauen und bieten Dir sogar Mentoren.

Die Vorteile einer Tätigkeit als Freelancer

Einer der größten und bekanntesten Vorteile bei der Selbstständigkeit im IT-Bereich ist ein großes Maß an Freiheit. Als Freelancer kannst Du selbst die Entscheidung treffen, wann Du die Arbeit erledigen möchtest. Bei der Arbeitszeiteinteilung ist diese Freiheit viel gesünder und führt dementsprechend zu einer höheren Effizienz.

Natürlich muss man aber beachten, dass freie Zeiteinteilung nicht weniger Arbeit bedeutet. Die Arbeit muss trotzdem erledigt werden. Du kannst nur freier entscheiden, WANN Du das machen möchtest. Ein Freelancer hat die Möglichkeit nur Projekte oder Aufträge anzunehmen, die ihm wirklich zusagen – laut Gesetz muss sich ein Freelancer auch nicht den Weisungen eines Chefs beugen, im Vertrag wird die unabhängige Arbeitszeit sogar meist fixiert – ganz im Gegenteil zu den üblichen 9-to-5-Jobbern.

Als IT-Freelancer bist Du größtenteils unabhängig und bist an die Struktur von Verhältnissen für Angestellte nicht gebunden. Den Stress mit Kollegen und Vorgesetzten kannst Du dank der Freiberuflichkeit hinter Dir lassen und so arbeiten, wie Du es als richtig empfindest. Oft sprechen Freelancer von einer spürbaren Verbesserung der Lebensqualität. Als Freelancer hast Du also nicht nur die Möglichkeit, Dich komplett auf Deine Arbeit zu konzentrieren, sondern auch zu arbeiten, wann es Dir passt. Was heißt das konkret? Schwer vereinbare Termine beim Amt oder Arzt kannst Du somit ohne größere Probleme wahrnehmen.

Geringe Einstiegsinvestitionen

Mit der Selbstständigkeit musst Du Dich ebenfalls nicht mit großen Hindernissen konfrontieren. Zum einen benötigt ein IT-Freelancer ziemlich geringe Einstiegsinvestitionen und zum anderen kann er seine Tätigkeit als Homeoffice-Projekt ausüben. Dies erspart wiederum additionale Bürokosten, da in der Regel nur ein PC mit einer entsprechenden Software nötig ist.

Ein großer Vorteil für Selbstständige in der IT-Branche ist ebenfalls ein höheres Einkommen – bei einer gut laufenden Akquise kann ein Freelancer einiges mehr verdienen als ein gewöhnlicher angestellter. Sollte die Auftragslage gut sein, kann sich ein Freelancer sogar leisten, ein unprofitables Angebot anzulehnen.


Die Nachteile einer Tätigkeit als Freelancer

Als IT-Freelancer muss man mit einem ziemlich hohen zeitlichen Aufwand rechnen. Ein Selbstständiger im IT-Bereich ist im Gegensatz zu einem Angestellten in der Regel mit einer höheren und ungeregelteren Arbeitszeit konfrontiert. Daher solltest Du als Freelancer mit weniger Freizeit rechnen – sowohl an Wochenenden als auch am Feierabend. IT-Freiberufler müssen Ihre Projekte fristgerecht beenden, das heißt, dass die Uhrzeit keine Rolle spielt und Sie an den Projekten daher auch in später Stunde arbeiten müssen.

Zudem ist der Freelancer für allerlei Vorsorgen selber zuständig. Das bedeutet, dass Du Dich selber um Pflege-, Sozial- und Krankenversicherung kümmern musst. Das gleiche zählt auch für die Altersvorsorge.

Mit einer freiberuflichen Tätigkeit ist auch ein gewisses unternehmerisches Risiko verbunden, was mit einer festen Anstellung nicht einher geht. Schließlich musst Du Dir als Angestellter keine Sorgen darüber machen, ob Du im Laufe des nächsten Monats genügend Aufträge ergattern kannst, um Dich über Wasser zu halten. Daher spielt die Unsicherheit eine große Rolle in der freiberuflichen Tätigkeit – denn freie Mitarbeiter sind von Projekten und oftmals kurzfristigen Einsätzen abhängig, die je nach Konjunktur und auch Standort, mal mehr oder weniger vorhanden sind.

Ein weiterer Nachteil der Selbstständigkeit im IT-Bereich ist der, dass Du Dich bei Krankheiten nicht auf eine Lohnfortzahlung verlassen kannst. Weitere Fremdwörter für Freelancer sind ebenfalls bezahlter Urlaub, Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Dafür kannst Du – wenn Du es ordentlich anstellst – mit einem höheren Einkommen rechnen. Deshalb ist es wichtig, sich bereits bei der Berechnung des Stundenhonorars darüber Gedanken zu machen, wie viele Abgaben man am Ende wirklich hat. Durch die Kranken-, Pflege- und Sozialversicherungsabgaben verringert sich das Bruttoeinkommen erheblich.

Versicherungen und Co.

Als Freelancer im IT-Bereich solltest Du Dich gegen alle beruflichen Risiken versichern, die Deine Existenz bedrohen können. Was kann dabei als existenzbedrohend bezeichnet werden? Dazu zählen beispielsweise Berufsunfähigkeit, eine Schadenersatzforderung durch einen beruflichen Fehler und vor allem Risiken wie Krankheiten. Die Berufshaftpflicht zählt zu einem ganz besonderen Faktor: Sie schützt den Freiberufler vor Schadenersatzansprüchen dritter Personen, wie zum Beispiel von Auftraggebern oder Kunden. Sollte der Freelancer keine Berufshaftpflichtversicherung besitzen, muss er in Schadenfällen, wie Datenverlusten, fehlerhaften IT-Beratungen, Programmierfehlern und ähnlichem, mit seinem privaten Vermögen dafür geradestehen. Das Ganze umfasst natürlich auch die Gerichtskosten und die Kosten für Gutachter und Rechtsanwälte.

Fazit: Die richtigen Voraussetzungen müssen geschafft werden

Ganz am Anfang musst Du Dir zuerst ein angemessenes Konzept erschaffen, indem Du genau festlegst, was Du anbieten möchtest und vor allem kannst. Du musst ebenfalls Antwort darauf finden, wie viele Projekte Du für Deinen Lebensunterhalt nötig hast oder welchen Stundensatz Du anbieten musst. Möchtest Du also als IT-Freelancer selbstständig werden, musst Du einige Punkte absichern, bevor Du Dich um die ersten Behördengänge kümmerst. Neben einem gewissen Eigenkapital für den Start ist für den IT-Einsteiger wichtig, eine repräsentative und professionelle Web-Präsenz und eine reibungslos funktionierendes Online-Marketing zu besitzen. Gute Werbung ist in diesem Bereich unabdingbar, da die Konkurrenz durchaus vorhanden ist – und schließlich möchte man sich als erfolgreicher IT-Selbstständiger von dieser abheben.

Weiter geht’s mit dem 3ten Teil: Steuern, Rente und Weiterbildungen als Freelancer in der IT – Teil 3

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